Fidschi - Südsee

Bula Fiji

Packen für die Südsee bei -14 Grad kaltem Winterwetter – es gibt schlimmeres... 11 Stunden Flug nach Hongkong, dort einen halben Tag Aufenthalt und dann nochmals 10 Stunden Flug nach Nadi liegen vor mir. Der Flug nach Hongkong verläuft ruhig und die Zeit vergeht Dank einer abwechslungsreichen Videoauswahl an Bord von Cathay Pacific schneller als gedacht. Ankunft in Hongkong – Immigration – Airport Express nach Hongkong Island: Alles leicht zu finden. Der Hongkong Airport ist groß aber übersichtlich und prima beschildert. 34 Minuten benötigt der Airport Expresszug nach Hongkong City, die schnellste Möglichkeit um auf die Insel zu gelangen. Busse und Taxis stehen auch zur Verfügung, benötigen aber länger. Über der Stadt hängt bei meiner Ankunft eine dicke Dunstglocke, denkbar ungeeignet für eine Fahrt hinauf auf den 552 Meter hohen „The Peak“, von dem aus man die Skyline der Mega-City toll bewundern kann. Also schlendere ich erst mal zum Hafen und zum Hong Kong Observation Wheel. Das 60 Meter hohe Riesenrad bietet einen spektakulären Blick auf den Victoria Harbour.

Eine Tasse Kaffee und ein Red Bull später (gegen die Müdigkeit) klart auch das Wetter etwas auf und ich wage den Ausflug auf „The Peak“. Leider habe ich nicht beste Wetterbedingungen, aber dennoch kann ich einen sagenhaften Ausblick über die Stadt genießen. Die Fahrt hinauf und hinunter mit der Tram ist ebenfalls ein Erlebnis. Nach 6 Stunden Stadtbesichtigung in Hongkong und mehreren Kilometern Fußmarsch bringt mich der Hongkong City Express wieder zum Flughafen. Was für ein „Stopover“ – was für eine Mega Stadt... Mir schmerzen die Füße und ich freue mich irgendwie auf den Weiterflug, mein Körper schreit nach Schlaf, es fehlt mir ja eine komplette Nacht.

 

10 Stunden später komme ich auf der Hauptinsel Viti Levu an, tropische Inselluft klatscht mir ins Gesicht, hohe Luftfeuchtigkeit und 28 Grad am frühen Morgen. Bula Fiji – hier bin ich! Die erste Nacht verbringe ich im Novotel in Flughafennähe, dort treffen dann nach und nach die anderen Teilnehmer unserer Reisegruppe ein. Die meisten kommen aus Australien und Neuseeland und einige aus Hongkong und Singapur. Am nächsten Morgen check out um 05:30 Uhr und Fahrt in den Hafen von Denarau, dort werden wir auf einem Tauch- und Kreuzfahrtschiff zum Frühstück an Bord empfangen. Nach dieser Schiffsbesichtigung geht es weiter zum Tauchsafarischiff Nai`a. Ein tolles Schiff, liebevoll eingerichtet, viel Holz, gemütliche Kabinen und professionelles Management. Nach einer kleinen Stärkung brechen wir auf in Richtung Norden, die Fahrt nach Rakiraki dauert etwa 3 Stunden. Es ist Regenzeit auf Fidschi und während der Fahrt sehen wir nur Grün – sattes Grün soweit das Auge reicht überzieht die Berge und Täler dieser vulkanischen Landschaft. Kühe, Pferde und Ziegen am Wegesrand und auf den Wiesen. Die Landschaft erinnert mich stellenweise an Schottland, aber Palmen und bewohnte Hüttchen sind dann aber doch die Südsee... Und immer wieder winken freundliche Fijianer in unseren Bus hinein, kaum jemand am Straßenrand der uns nicht ein ausgiebiges Lächeln zuwirft.

Zweiter Hotelstopp ist das Volivoli Beach Resort, welches vor zwei Jahren dem Taifun „Winston“ zum Opfer viel. Alles wurde neu erbaut und mit viel Liebe eingerichtet. Die großzügigen Bungalows (Buren) sind mit einer kleinen Küchenzeile, Kühlschrank und Waschmaschine ausgestattet. Viel Platz zwischen den einzelnen Bungalows versprechen Ruhe und das Resortgelände ist wunderschön angelegt – überall grünt und blüht es. Ich beziehe meinen Bungalow und genieße einen sensationellen Blick auf die vorgelagerten Inselchen, bevor wir auf der Tauchbasis einchecken. Nur ein paar Treppenstufen unterhalb meines Bungalows liegt die Basis der Ra Divers. Ein herzlicher Empfang, das übliche Anmeldeprozedere und ein Rundgang durch die Räumlichkeiten. Mir fällt sofort die Sauberkeit und Ordnung aller Räume auf, auch der Kompressorraum sieht perfekt gepflegt aus.

Die Ra Divers punkten mit über 50 verschiedenen Tauchspots, die meisten sind gerade mal in 20 Minuten mit dem Boot erreichbar. Aufgrund der stürmischen See bei unseren Tauchgängen ist die Sicht etwas eingeschränkt, dennoch ist die Schönheit unter Wasser überwältigend. Steilwand-, Höhlen- und Grottenliebhaber kommen voll auf ihre Kosten, sagenhaft bunte Hart- und Weichkorallen bestechen durch ihre Farbenpracht und Makrotierchen wie zum Beispiel Geisterpfeifenfische runden die unzähligen Fotomotive ab. Auch zwei Wracks können betaucht werden. Für diejenigen, die einen echten Nervenkitzel brauchen, ist "Breathtaker" der ideale Tauchplatz. Ein recht tief gelegenes Riff, an welchem sich unglaublich viel Großfisch trifft wie zum Beispiel Weißspitzen-, Schwarzspitzen- und Graue Riffhaie. Das Team der Tauchbasis ist super aufeinander eingespielt, lustig, herzlich und vermittelt echten „Wohlfühlcharakter“. Für mich uneingeschränkt empfehlenswert!

Nach einem vorzüglichen Abendessen und einer ruhigen Nacht, check out am nächsten Morgen und Weiterfahrt ins 10 km entfernte Wananavu Beach Resort. Es liegt geschützt in einer kleinen Bucht und überstand den Taifun fast unbeschädigt. Die Anlage ist am Hang gebaut, die freistehenden Bungalows sind richtig „eingewachsen“ in altem tropischen Gehölz, hohen Palmen und blühenden Pflanzen. „Urig“ würde ich es nennen, nicht so „stylisch“ wie das Volivoli – urig eben. Auch hier wieder ein herzlicher Empfang, gute Küche und tolle Tauchgänge. Die Tauchbasis ist klein, für meinen Geschmack etwas unaufgeräumt und chaotisch, aber die Ausfahrt prima organisiert und das Tauchen selbst auch. Ich habe immer noch Jetlag-Probleme und fühle mich deswegen auf dem Boot anfangs recht unsicher. Aber Basisleiter und Guides kümmern sich professionell um alle und so können wir zwei wunderschöne Tauchgänge erleben. Auch hier wieder Riffe, vollgepackt mit buntem Leben, tausende Köderfische, tolle Weichkorallen und Gorgonien, Barrakudas, graue Riffhaie, Napoleons und die vielfältigen Unterwasserfreunde wie Clown- und Wimpelfische. Am nächsten Morgen werden wir mit einem fijianischen Lied verabschiedet, schön war es hier und für einen ruhigen, erholsamen Urlaub auch eine Top Adresse!

Wir sind nun wieder auf dem Weg nach Nadi um zwei späte Ankömmlinge abzuholen und anschließend an die Coral Coast zu fahren. Es liegen 7 Stunden Busfahrt vor uns, von Viti Levu sehe ich also auch fahrend ziemlich viel ;-). An der Coral Coast verbringen wir 3 Nächte in unterschiedlichen Hotels. Die erste Nacht empfängt uns das Uprising Beach Resort. Es ist eine gemütliche Anlage und liegt direkt an einem schönen langen Sandstrand. Unterschiedliche Zimmerkategorien – von basic bis stylisch – sind buchbar. Die Nähe zur Tauchbasis Aqua Trek (Haitauchen vom Feinsten) macht dieses Resort sehr interessant. Es liegt gerade mal 4 Fahrminuten von der Tauchbasis entfernt. Wer es etwas nobler wünscht, dem sei das The Pearl Resort empfohlen, von diesem aus läuft man über die Straße und benötigt nur wenige Minuten zur Tauchbasis.

 

Hai-Action mit Aqua Trek

Was soll ich schreiben? Bei den 3 Beqa Lagoon Haitauchgängen blieb mir echt die Spucke weg... Die Haie werden angefüttert (ich halte im allgemeinen nichts vom Anfüttern, aber Hintergrundwissen dazu siehe unten...) und der Hai-Snack zog Weisspitzen,- Schwarzspitzen,- und Silberspitzenhaie an, sowie Bullenhaie, Tigerhaie, Ammen- und Zitronenhaie – über 20 an der Zahl – Wahnsinn!! Tauchgänge mit jeweils etwa 40 Minuten verweilen zwischen diesen eleganten Riesen mit anschließendem Dekostop über flache und wunderschöne Riffe werden mir definitiv als eines der besten Taucherlebnisse in Erinnerung bleiben. Das Barrier-Reef das die Beqa Lagoon umgibt, ist ein Korallenriff von 100km Länge, es bietet zudem ein betauchbares Wrack und hat neben der Hai-Action noch so einiges mehr zu bieten.

Aqua Trek Shark Conservation Programm

Aqua-Trek engagiert sich dafür, Haie in den Gewässern von Fidschi zu erhalten und ein Modell für Naturschutz und nachhaltigen Tourismus zu präsentieren, das weltweit angewendet werden kann. Aqua-Treks Programm zum Schutz der Fidschi-Haie und zum nachhaltigen Tourismus hat sich in den letzten 18 Jahren ständig weiterentwickelt und umfasst mehrere miteinander verknüpfte Aspekte, die sowohl auf lokaler, als auch auf globaler Ebene für den Schutz von Haien entscheidend sind. Die Tauchbasis bietet 3x wöchentlich Hai-Fütterungstauchgänge in der Beqa Lagune an, um diese großartigen Tiere aus nächster Nähe beobachten zu können. Haie rufen oft Angst hervor, aber jahrelange Erfahrung, in denen ohne einen einzigen Zwischenfall gefüttert wurde, zeigen, dass diese Angst nicht berechtigt ist. Das Ernährungsprogramm hat die Haie an die menschliche Präsenz gewöhnt, was wiederum den Tauchern viele Möglichkeiten bietet, Haie in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten und zu fotografieren. Der Fisch, der den Haien „als Snack“ gefüttert wird, stammt von „Fiji Fish“, einer Fabrik, die auf höchste Qualität von Meeresfrüchten spezialisiert ist. Ein weiterer Vorteil des Fütterungsprogramms besteht lt. Aqua-Trek darin, dass die Fischreste von der Müllhalde ferngehalten und in die Nahrungskette zurückgeführt werden. Die Fütterungen bringen zudem eine große Anzahl anderer Fische in die Gegend und haben so einen der gesündesten Fischbestände in der Lagune geschaffen. Die Haifütterungstauchgänge werden stark reglementiert und es werden wirklich nur „Snacks“ verfüttert, so dass das natürliche Jagdverhalten der Haie bestehen bleibt. Mittlerweile kommen viele Taucher nach Fidschi um mit Haien zu tauchen und in ihrer natürlichen Umgebung etwas über sie zu erfahren. Ansichten, dass Haie geistlos und gefährlich sind, möchte Aqua Trek entkräften und zur Aufklärung beitragen, dass Haie ein wichtiger Teil des Ökosystems sind.

Es wird geschätzt, dass die weltweite Hai-Population in den nächsten Jahrzehnten um 90% abnehmen wird, wenn nichts unternommen wird, um den Haifischfang zu stoppen. Dies würde einen katastrophalen Untergang der Riffökosysteme verursachen. Im Jahr 2006 startete Aqua-Trek eine Kampagne, um das Finning von Haien in Fidschi zu verbieten. Durch laufende Forschung stehen mittlerweile ausreichende Daten zur Verfügung, um die Behörden von Fidschi davon zu überzeugen, dass die Ächtung der Haifischfischerei allen zugute kommt. Bildung, Forschung und die Erhaltung der Haie sind unerlässlich für das Gleichgewicht der Natur und um die Haltung gegenüber Haien zu ändern.

Es ist unser Ziel Haie am Leben zu erhalten, anstelle zu töten, solange wir noch die Chance dazu haben! / Aqua Trek, Beqa Lagoon

Eine weitere Nacht verbringen wir im Waidroka Bay & Surf Resort. Schon bei Ankunft habe ich das Gefühl nicht in ein Hotel zu kommen, eher in einen Familienbetrieb: abgelegen, klein, herzlich und gemütlich. Bungalows und Restaurant würde ich „als basic“ aber völlig ausreichend bezeichnen, im Restaurant sitzen alle an einem großen Tisch – mir gefällt das sehr gut. Die Tauchbasis ist Top in Schuss und es wird auch Deutsch gesprochen. Auch hier erlebt unsere Gruppe wieder jede Menge abwechslungsreiche Tauchgänge über flache Korallengärten, Spalten und sensationell schön bewachsene Steilwände.

Unser Fidschi-Trip endet mit zwei Übernachtungen im Sheraton Hotel Nähe Nadi und einer Reisemesse, auf der wir Gelegenheit haben, nochmals alle Hotel- und Tauchpartner zu treffen und uns auszutauschen. Bedanken möchte ich mich ganz herzlich beim Tourismfiji Board für diese Einladung zu einer unvergeßlichen Reise und für die Möglichkeit, mich von der Herzlichkeit der Fijianer und der Schönheit über und unter Wasser selbst zu überzeugen.

So bekommt der Fidschi Kampagnen Spruch eine ganz neue Bedeutung für mich: Fiji – where happiness finds you!

 

Ruth Dalemans-Posor