Bali und Meer - Insel der Götter und Traumurlaub unter Segeln

Im Sommer segelt die Star Clipper auf spannenden Routen rund um das indonesische Archipel, Bali. Die vulkanische Landschaft Mount Bromos, der Kratersee der unbewohnten Insel Satonda, die Tempel Semarangs, die Insel Sumba, Komodowarane, wunderschöne Korallen und die feinen Sandstrände der Gili-Inseln... Meine Traumreise in Asien! Wir besuchen Schulen und Tempel, beackern Reisfelder, basteln Opferschälchen, zapfen Palmwein, werden gesegnet und und und...hier meine besonderen Eindrücke.

Landschaften, Menschen und viel Natur

Die Ochsen und ich: Auf einer Farm dürfen wir ein Reisfeld für die Pflanzung vorbereiten. Bei dem Balinesen sieht alles ganz einfach aus, Pflug in die Erde drücken, ein bisschen schnalzen (um die zwei Ochsen anzutreiben) und dann das Feld rauf und runter laufen...soo einfach ist es dann doch nicht. Die knöcheltiefe, matschige Erde, die Zügel in der einen Hand und den Pflug in der anderen, benötigen meine gesamte Aufmerksamkeit. Fast wären die Ochsen über die Feldeingrenzung gelaufen, hätten den Damm durchpflügt und somit das Feld trocken gelegt. Der freundliche Mitarbeiter dieser Farm kommt mir zu Hilfe und bringt mich (die Ochsen) wieder auf die richtige Spur... ein tolles Miteinander.

Nach getaner "Arbeit" unternehmen wir eine Radtour durch die Reisterrassen von Jatiluwih (UNESCO Welterbe). Eine faszinierende Landschaft: hügelig, präzise angelegte Reisfelder, durchzogen von schmalen Wegen und Bewässerungsgräben. Wir haben E-Bikes, die uns bei manchen Steigungen sehr behilflich sind und radeln durch die satt grünen Reisfelder. Nehmen fremde Gerüche und Geräusche wahr und beobachten die Arbeiter auf den Feldern.   

  

Das beliebte Künstlerdorf Ubud liegt eine gute Fahrstunde vom Flughafen entfernt. Galerien, Museen, viele Geschäfte, ein traditioneller Markt, hervorragende Restaurants. Die Umgebung mit den schönen Reisfeldern, Kokonusshainen und abgeschiedenen Flusstälern verführt zu Radtouren und Spaziergängen. Das Maya Ubud Resort & Spa liegt im wunderschönen Tal des Petanu Flusses mit Blick auf die Reisfelder. Mehrmals täglich gibt es einen Shuttle-Service in das ca. 1,5km entfernte Zentrum von Ubud. Die Hotelanlage im Designer-Stil bietet im Spa at Maya wohltuende Behandlungen mit aromatischen Ölen in privaten Pavillons. Beruhigend plätscherndes Wasser und Vogelgezwitscher. Die geschmackvollen Zimmer sind mit allem Komfort und indonesischen Materialien ausgestattet. Das Resort engagiert sich an einer großen Anzahl an sozialen Projekten  "der Welt verpflichtet".

Tempel und Wasserpaläste

Wir besichtigen viele Tempel unter anderen den Wassertempel Ulun Danu, im Norden der Insel. Seine Lage könnte kaum schöner sein, steht er doch auf einer Insel am Rande des Kratersees von Beratan. Wir besuchen Tanah Lot: einer der sieben Seetempel und wohl der bekannteste Tempel Balis, der mich sehr beeindruckt: Auf einem Felsen im Indischen Ozean, im Innern eine Süßwasserquelle und nur bei Ebbe zu besichtigen. Wir haben Glück und können bis zur Quelle laufen, es ist magisch...Interessant auch der Uluwatu Tempel an einer Klippe gebaut im Süden Balis, mit seinem täglichem "Kecak Tanz" zum Sonnenuntergang. Ca. 100 Männer bilden einen Kreis und singen zu einer hypnotisch anmutenden Musik. Ein bisschen in Trance verlassen wir diese beeindruckende Vorstellung. Der Hindu Tempel Goa Lawah, einer der heiligsten Tempel der Insel, bietet wieder eine Besonderheit: Er ist in eine Felshöhle gebaut, in der tausende Fledermäuse leben. Beeindruckend, aber der Geruch vor Ort lässt keine lange Verweildauer zu....Zum Schluss unserer Balireise besuchen wir den Wasserpalast von Ujung in der Region Candidasa, im Südosten Balis. Wunderschöne Gebäude, eine beeindruckende Gartenanlage, mit Brücken und Wasserläufen...ein Ort zum Verweilen und Entspannen. Candidasa bietet familiäre Hotelanlagen und Restaurants und das Baden im Meer ist bei Flut möglich.

Balinesischer Segen, Räucherstäbchen und mein neues Armband

Ein weiteres Highlight dieser besonderen Reise über die Insel erwartet uns. Wir empfangen in Ubud den traditionellen balinesischen Segen durch einen Hohepriester! Er sitzt umgeben von Räucherstäbchen, Blumen und dampfenden Töpfen auf einer altarähnlichen großen Plattform und begrüßt uns freundlich, bespritzt uns mit heiligem Wasser und murmelt unverständliche Worte. Wir waschen uns fünfmal das Gesicht mit dem heiligen Wasser, welches uns der Priester in einer besonderen Schale reicht. Mit Reis an Stirn und Dekollte,  einem wunderschönen Kopfschmuck und einem bunten Armband wird die Zeremonie abgeschlossen. Das Armband soll uns schützen vor bösen Geistern und wird sich von alleine zu gegebener Zeit lösen. Ich trage meines nach fast vier Wochen zurück in Deutschland immer noch und fühle mich sehr beschützt. Wenn es sich demnächst löst, muss ich eigentlich wieder nach Bali fliegen...

Wunderschönes Schiff und Wind in den Segeln

Nach dieser ereignisreichen Woche auf Bali, gehen wir im Hafen von Benoa an Bord der Viermast Bark "Star Clipper". Eine weitere, erlebnisreiche und faszinierende Woche führt uns nach Lovina im Norden Balis, nach Madura & Java und zu den unbewohnten Inseln Gili Santonda und Gili Sudak. Doch von Anfang an:

Der Kapitän begrüßt uns herzlich an der Gangway. Es soll in dieser Woche das letzte Mal sein, dass die Star Clipper an Land festmacht. Für die nächsten Landgänge, liegt die Star Clipper "auf Reede", das heisst für uns über die Gangway in ein Tenderboot steigen und je nach Destination nocheinmal in ein Zodiak (Schlauchboot) umsteigen. Bevor wir an Land gehen wird uns gesagt, ob es eine "normale" Anlandung (in knöcheltiefes Wasser springen), eine "nasse" Anlandung (in knietiefes Wasser springen) oder eine "sehr nasse" Anlandung (in hüfttiefes Wasser springen) sein wird. Letztere haben wir nicht erlebt, aber bei den unbewohnten Inseln springen  wir ins knietiefe, kristallklare Wasser - es ist herrlich. Das Bordleben ist nach der ereignisreichen Woche auf Bali wunderbar entspannend. Wir schauen dem Kapitän auf der Brücke beim Navigieren zu, können beim Segelsetzen helfen, dürfen im Krähennest (16,8 m hoch) den Ausblick genießen, vorne im Bugnetz liegen und die Delphine beobachten, im Pool liegen, der immer wieder "überschwappt" oder einfach an der Reeling stehen und uns den Wind um die Nase wehen lassen. 80 % der Tour segelen wir...nur das Geräusch der Wellen und ab und zu ein Flattern der Segel ist zu hören, absolut entschleunigend. Abends stellen wir aus der reichhaltigen Karte unser Menü zusammen, ob wir dreimal die Vorspeise bestellen oder nur den Nachtisch...ganz, wie wir gerne möchten, werden unsere Wünsche gerne erfüllt. Abendveranstaltungen an Deck: Es gibt kein Casino oder Theater, sondern das Miteinander der Gäste. Es wird Musik gespielt, Brettspiele sind vorhanden, Vorträge über die Seefahrt werden gehalten oder wir treffen uns an der Bar. Die Nächte sind ein Erlebnis, welches ich nie wieder vergessen werde. Wir dürfen auf dem Sonnendeck übernachten und können wunderbar den Mars, die Venus und das Tierkreiszeichen Skorpion beobachten. Was für ein wunderbarer Sternenhimmel! Morgens werden wir durch die aufgehende Sonne geweckt, die jeden Morgen in einem anderen Licht erscheint, mal orange, mal mehr gelblich..was soll ich sagen..es ist unbeschreiblich schön. Die Kabinen auf der Star Cipper sind natürlich auch sehr gemütlich eingerichtet und bieten allen Komfort den man braucht, aber die Nächte an Deck möchte ich nicht missen.

Unbewohnte Inseln, Seesterne und ein aktiver Vulkan

Unsere Anlandungen sind alle atemberaubend schön und so unterschiedlich. In Lovina fahren wir zu den Wasserfällen, auf Madura besuchen wir die Einheimischen, die beiden unbewohnten Inseln haben wunderschöne Strände mit tollen Korallenriffen, die zum Schnorcheln und Tauchen einladen. Eine Tauchlehrerin ist an Bord der Star Clipper und läd zu Schnuppertauchkursen und Tauchgängen für zertifizierte Taucher ein. Lilafarbene große Seesterne und Clownsfische in ihren Korallen gefallen mir besonders gut in dieser bunten Unterwasserwelt. Noch bin ich Tauchanfängerin, aber auch das kann sich ändern, wenn man solch faszinierende Lebewesen unter Wasser bestaunt. Auf Gili Santonda beobachten wir eine große Kolonie fruchtfressender Fledermäuse (so groß wie fliegende Hunde), auf Gili Sudak genießen wir ein BBQ am Strand... und ein weiterer Höhepunkt ist der Ausflug auf Java zum Mount Bromo, ein aktiver Vulkan. Wir ankeren vor Probolinggo und fahren mit den Tenderbooten in den Hafen, von dort Fahrt mit dem Jeep durch eine unbeschreiblich schöne, grüne und vielfältige Landschaft zum Mount Bromo. Die grüne Landschaft ändert sich schlagartig als wir die Caldera erreichen, die wie eine Mondlandschaft wirkt. Wir steigen vom Jeep um aufs Pferd und reiten bis zum Fuße des Vulkans. Es ist staubig, windig und kühl... Wir erhalten einen Mundschutz gegen den Lavastaub und erklimmen eine 250-stufige Treppe, die bis zum Kraterrand führt. Je höher wir kommen desto lauter wurde es: Ein Grollen, Zischen... und es riecht start nach Schwefel. Oben angekommen deuten wir die Geräusche: Tief unten sieht man es blubbern, qualmen..ein wahnsinnig schönes und beeindruckendes Naturschauspiel. 

Stopover in Singapur

Nach dieser traumhaften Woche auf dem Schiff sind wir tiefenentspannt und wollten eigentlich nicht von Bord! So trösten wir uns mit einem evtuellen Wiedersehen auf der Star Clipper. Unsere Reise ist aber nocht nicht ganz zu Ende. Lieber langsam wieder nach Europa reisen mit Stopover: Eine Nacht in Singapur und ich bin entschlossen Garden on the Bay, Marina Sands Bay, Orcchard Road uvm. zu entdecken. Ich schaffe es während meines zu kurzen Aufenthaltes und bin begeistert von dieser grünen, sauberen und freundlichen Stadt und kann nur sagen: Um all die Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, würde ich nochmal einen längeren Stopp in Singapur einlegen!

Zum Abschied dieser fantastischen Reise kann ich zwar nicht nocheinmal im türkisblauen Meer baden, dafür aber im Hotel-Pool liegen, auf die Skyline von Singapur blicken und meinen Gedanken nachhängen: Was für eine wunderbare Reise! Die Flüge mit Singapore Airlines haben mir gut gefallen - nettes Personal, schöner Aufenthalt an Bord, Service und wohlfühlen auf dem Flug zurück nach Frankfurt. Und wenn ich wieder nach Bali fliege (Sie wissen ja - mein Armband....) dann nehme ich vielleicht die Premium Economy bei Singapore Airlines.

Diese Reise erlebte Christine Fresemann vom tourmare Team im September 2018